
Wer „Zahnarzt Linz“, „Elektriker in der Nähe“ oder „Coiffeur Winterthur“ sucht, sieht zuerst die Karte mit drei Einträgen, das sogenannte Local Pack. Ob Ihr Betrieb dort auftaucht, hängt maßgeblich vom Google-Unternehmensprofil ab, früher Google My Business genannt. Viele Profile sind zwar angelegt, aber nur halb gepflegt: falsche Kategorie, fehlende Leistungen, veraltete Öffnungszeiten. Diese Checkliste zeigt, was Sie konkret einstellen sollten.
Kurz gesagt: Ein optimiertes Google-Unternehmensprofil hat die passende Hauptkategorie, vollständige Leistungen, aktuelle Öffnungszeiten inklusive Feiertage, echte Fotos und regelmäßig beantwortete Bewertungen. Ergänzend sollten Name, Adresse und Telefonnummer überall im Netz identisch sein, auch in Verzeichnissen wie Herold.at oder local.ch.
Welche Kategorie ist die wichtigste Einstellung?
Die Hauptkategorie ist die wichtigste einzelne Einstellung im Profil, weil Google daran festmacht, für welche Suchanfragen Ihr Betrieb überhaupt infrage kommt. Wählen Sie die Kategorie, die Ihr Kerngeschäft am genauesten beschreibt, nicht die allgemeinste. Ein Installateur, der überwiegend Wärmepumpen einbaut, fährt mit „Heizungsinstallateur“ oft besser als mit „Klempner“.
Zusätzlich können Sie weitere Kategorien hinterlegen, insgesamt bis zu zehn. Nutzen Sie nur solche, die echte Leistungen abbilden. Ein Tipp: Schauen Sie, welche Hauptkategorie die drei bestplatzierten Wettbewerber in Ihrer Stadt nutzen. Das zeigen verschiedene Browser-Erweiterungen und Tools für Local SEO an.
Beim Unternehmensnamen gilt: Verwenden Sie exakt den Namen, der auch auf Schild, Briefpapier und Website steht. Zusätze wie „Malerbetrieb Huber – Maler Graz günstig“ verstoßen gegen die Richtlinien von Google und können zur Sperrung führen.
Die Checkliste: Was gehört in ein vollständiges Profil?
Ein vollständiges Profil enthält alle Felder, die Google für Ihre Kategorie anbietet, und hält sie aktuell. Arbeiten Sie diese Punkte der Reihe nach ab:
- Hauptkategorie und Zusatzkategorien prüfen und an das Kerngeschäft anpassen.
- Leistungen bzw. Produkte einzeln anlegen, jeweils mit kurzer Beschreibung, etwa „Badsanierung“, „Barrierefreie Dusche“, „Notdienst Rohrbruch“. Google schlägt pro Kategorie Standardleistungen vor, eigene lassen sich ergänzen.
- Unternehmensbeschreibung mit bis zu 750 Zeichen: was Sie anbieten, für wen und wo. Ohne Links, ohne Werbesprüche in Großbuchstaben.
- Öffnungszeiten korrekt hinterlegen und zusätzliche Zeiten nutzen, etwa für Telefon, Abholung oder Notdienst.
- Sonderöffnungszeiten für Feiertage vorab eintragen. Diese unterscheiden sich im DACH-Raum stark: Fronleichnam gilt nur in Teilen Deutschlands, der 8. Dezember ist in Österreich Feiertag, in der Schweiz regeln die Kantone viele Feiertage selbst.
- Attribute setzen, zum Beispiel rollstuhlgerechter Eingang, Terminvereinbarung, Kartenzahlung oder kostenloses WLAN.
- Website-Link auf die passende Seite setzen. Bei mehreren Standorten verlinkt jedes Profil auf die jeweilige Standortseite, nicht auf die Startseite.
- Terminlink hinterlegen, wenn Sie ein Online-Buchungssystem nutzen.
- Fotos hochladen: Logo, Titelbild, Außenansicht, Innenräume, Team, Arbeitsbeispiele.
- Bewertungen aktiv einholen und jede beantworten.
- Beiträge regelmäßig veröffentlichen.
- Telefonnummer mit lokaler Vorwahl angeben und Erreichbarkeit sicherstellen.
Welche Fotos wirken im Unternehmensprofil?
Am besten wirken echte, aktuelle Fotos, die zeigen, wie Ihr Betrieb tatsächlich aussieht. Stockfotos helfen weder Interessenten noch Google. Sinnvoll sind die Außenansicht, damit Kunden den Eingang finden, Innenräume, das Team und vor allem Arbeitsergebnisse: das sanierte Bad, die fertige Dachterrasse, der neu gestaltete Salon.
Laden Sie Fotos nicht einmalig hoch, sondern in Abständen von einigen Wochen. So bleibt das Profil aktuell, und Kunden sehen, dass der Betrieb aktiv ist. Achten Sie auf gute Belichtung und ein Format, das auch auf dem Smartphone funktioniert. Bei Fotos mit Personen gilt: Holen Sie die Einwilligung der abgebildeten Mitarbeitenden oder Kunden ein. Das ist keine Rechtsberatung, aber in der Praxis ein häufig übersehener Punkt.
Wie gehen Sie mit Bewertungen richtig um?
Bewertungen sollten Sie aktiv, aber regelkonform einholen und ausnahmslos beantworten. Bitten Sie zufriedene Kunden direkt nach dem Auftrag um eine Bewertung, etwa per E-Mail, QR-Code auf der Rechnung oder Kurzlink aus dem Profil.
Nicht erlaubt sind Gegenleistungen für Bewertungen wie Rabatte oder Gutscheine, gekaufte Rezensionen und das gezielte Aussortieren, bei dem nur zufriedene Kunden zur Bewertung eingeladen werden. Das widerspricht den Google-Richtlinien und kann je nach Fall auch wettbewerbsrechtlich problematisch sein, etwa nach UWG.
Antworten Sie auf positive Bewertungen kurz und persönlich. Bei Kritik gilt: sachlich bleiben, das Anliegen ernst nehmen und eine Lösung anbieten. Interessenten lesen gerade die Antworten auf negative Bewertungen sehr genau. Verletzt eine Bewertung die Richtlinien, etwa durch Beleidigungen oder weil sie offensichtlich von keinem echten Kunden stammt, können Sie sie im Profil melden.
Bringen Beiträge und Fragen etwas?
Beiträge bringen vor allem Aktualität und Klicks, ein direkter Rankingfaktor sind sie nach allgemeiner Einschätzung nicht. Nutzen Sie sie für konkrete Anlässe: neues Leistungsangebot, saisonale Aktionen, Betriebsurlaub, Veranstaltungen. Ein Beitrag pro Monat ist für die meisten Betriebe ein realistischer Rhythmus.
Fragen von Nutzern beantwortet Google zunehmend selbst, auf Basis der Informationen aus Profil, Website und Bewertungen. Umso wichtiger ist es, dass häufige Fragen zu Preisen, Anfahrt, Parkmöglichkeiten oder Wartezeiten auf Ihrer Website und in der Profilbeschreibung klar beantwortet sind. Wo die klassische Fragen-Funktion noch angezeigt wird, sollten Sie Fragen zügig selbst beantworten, bevor es Dritte tun.
Was tun gegen Spam-Wettbewerber?
Gegen Spam-Wettbewerber können Sie über die Funktion „Änderung vorschlagen“ in Google Maps oder über das offizielle Beschwerdeformular von Google vorgehen. Typische Fälle sind Firmennamen mit eingebauten Keywords, erfundene Standorte ohne echtes Büro oder mehrere Einträge für denselben Betrieb.
- Keyword-Namen: „Änderung vorschlagen“ wählen und den echten Firmennamen laut Impressum oder Handelsregister angeben.
- Fake-Adressen: Mit Street View prüfen, ob an der Adresse tatsächlich ein Betrieb sitzt, dann als „existiert nicht“ melden.
- Hartnäckige Fälle: Das Formular für Beschwerden zur Wiedergutmachung bei Google nutzen und Belege wie Screenshots beifügen.
Bleiben Sie sachlich und dokumentieren Sie Ihre Meldungen. Nicht jede Meldung wird sofort umgesetzt, aber gerade in umkämpften Branchen wie Schlüsseldienst, Umzug oder Rohrreinigung lohnt sich der Aufwand.
Wie richten Sie ein Servicegebiet richtig ein?
Ein Servicegebiet richten Sie ein, wenn Sie Kunden vor Ort besuchen und keine Laufkundschaft an Ihrer Adresse empfangen. Dann blenden Sie die Adresse aus und hinterlegen stattdessen Städte, Bezirke oder Postleitzahlen. Google erlaubt bis zu 20 Gebiete und empfiehlt, dass das Gebiet nicht weiter als etwa zwei Fahrstunden vom Standort entfernt liegt.
Wichtig zu wissen: Ein großes Servicegebiet bedeutet nicht, dass Sie im ganzen Gebiet ranken. Die Nähe zum Suchenden bleibt ein starker Faktor. Für Orte außerhalb Ihres Standorts helfen eher gut gemachte Leistungs- und Ortsseiten auf der Website, wie sie im Rahmen von Local SEO aufgebaut werden.
Welche Verzeichnisse sind im DACH-Raum wichtig?
Wichtig sind vor allem die großen Verzeichnisse Ihres Landes, weil Google dort einheitliche Firmendaten als Bestätigung wertet. Entscheidend ist, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall exakt gleich geschrieben sind.
| Land | Wichtige Verzeichnisse |
|---|---|
| Deutschland | Gelbe Seiten, Das Örtliche, 11880, Branchenportale wie MyHammer oder Jameda |
| Österreich | Herold.at, FirmenABC, WKO Firmen A–Z |
| Schweiz | local.ch, search.ch, Moneyhouse |
| Länderübergreifend | Apple Business Connect, Bing Places, Facebook, Branchenverbände |
Achten Sie in der Schweiz auf die Schreibweise mit ss statt ß, etwa „Strasse“, und übernehmen Sie diese einheitlich in alle Einträge. Unterschiedliche Schreibweisen wie „Hauptstr. 5“ und „Hauptstraße 5“ wertet Google meist richtig aus, ein einheitlicher Datensatz ist aber sauberer.
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Profil im Vergleich zu Wettbewerbern steht, ist ein SEO-Audit ein guter Startpunkt. Die laufende Pflege von Profil, Bewertungen und Standortseiten gehört zum Kern unserer Leistung Local SEO für lokale Unternehmen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Änderungen im Profil sichtbar sind?
Die meisten Änderungen sind innerhalb weniger Minuten bis Tage sichtbar, größere wie Kategorie- oder Namensänderungen werden teilweise erst geprüft. Auswirkungen auf das Ranking zeigen sich häufig erst nach einigen Wochen, weil Google neue Signale schrittweise bewertet.
Kann ich mehrere Profile für einen Betrieb anlegen?
Nein, pro Standort mit eigener Adresse und eigenem Personal ist ein Profil erlaubt, nicht pro Leistung. Haben Sie zwei echte Filialen, etwa in Salzburg und Linz, bekommt jede ein eigenes Profil. Getrennte Profile für einzelne Leistungen am selben Ort verstoßen gegen die Richtlinien.
Was tun, wenn mein Profil gesperrt wurde?
Prüfen Sie zuerst, welche Richtlinie betroffen sein könnte, etwa Keywords im Namen oder eine nicht zulässige Adresse, und beheben Sie das. Danach können Sie im Profil einen Antrag auf erneute Prüfung stellen und Nachweise wie Gewerbeschein, Rechnungen oder Fotos vom Firmenschild beilegen.
Brauche ich eine Website zusätzlich zum Unternehmensprofil?
Ja, die Website bleibt die wichtigste Grundlage. Google gleicht die Angaben im Profil mit der Website ab, und gut gemachte Leistungs- und Standortseiten stärken das lokale Ranking. Ohne Website fehlen außerdem Inhalte, die Google für Antworten und AI Overviews nutzt.
Sie möchten das nicht selbst umsetzen?
Auf unserer Seite Local SEO zeigen wir, wie wir das für Sie übernehmen. Oder Sie fordern direkt eine kostenlose SEO-Analyse an. Alle Branchen finden Sie unter Branchen.