
WordPress gilt als suchmaschinenfreundlich, und das stimmt im Grundsatz. In der Praxis sehen wir aber immer wieder dieselben technischen Fehler: indexierte Anhangsseiten, doppelte Schema-Ausgaben, eine versehentlich gesperrte Website nach dem Relaunch oder Page Builder, die die Ladezeit verdoppeln. Die folgende Checkliste fasst die 20 Punkte zusammen, die Sie auf jeder WordPress-Website prüfen sollten.
Kurz gesagt: Eine technisch saubere WordPress-Website ist für Suchmaschinen sichtbar, nutzt genau ein SEO-Plugin, hat sprechende Permalinks, lässt nur wertvolle Seiten indexieren und erreicht gute Core-Web-Vitals-Werte. Dazu kommen gepflegte Bilder, korrektes Schema-Markup, regelmäßige Updates und eine Staging-Umgebung, die selbst nicht im Index landet.
Grundeinstellungen und SEO-Plugin
Die Grundeinstellungen entscheiden, ob Google Ihre Website überhaupt korrekt erfassen kann. Diese Punkte sind schnell geprüft und haben große Wirkung.
- Sichtbarkeit für Suchmaschinen prüfen. Unter Einstellungen, Lesen darf das Häkchen „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ nicht gesetzt sein. Klingt banal, ist nach einem Relaunch aber einer der häufigsten Fehler.
- Genau ein SEO-Plugin nutzen. Yoast SEO, Rank Math oder SEOPress sind alle geeignet. Zwei parallel aktive SEO-Plugins erzeugen doppelte Meta-Tags, Sitemaps und Schema-Daten.
- Title- und Meta-Vorlagen einrichten. Legen Sie im SEO-Plugin sinnvolle Vorlagen für Seiten, Beiträge und Kategorien fest, etwa „Seitentitel | Firmenname“. Wichtige Seiten erhalten zusätzlich individuelle Titles und Beschreibungen.
- Einheitliche Domain erzwingen. Die Website sollte nur unter einer Variante erreichbar sein, also mit HTTPS und entweder mit oder ohne www. Alle anderen Varianten leiten per 301 weiter.
Permalinks und URL-Struktur
Sprechende Permalinks helfen Nutzern und Suchmaschinen, den Inhalt einer Seite schon an der URL zu erkennen.
- Permalink-Struktur „Beitragsname“ wählen. URLs wie /?p=123 oder /2024/05/12/beitrag/ sind unnötig lang. Ändern Sie die Struktur auf einer bestehenden Website nur mit vollständigen 301-Weiterleitungen.
- Slugs kurz und ohne Umlaute halten. Aus „Heizungstausch in Österreich: Förderung“ wird /heizungstausch-foerderung-oesterreich/. Füllwörter wie „und“ oder „der“ können entfallen.
- Weiterleitungen pflegen. Wenn Sie Slugs ändern oder Seiten löschen, legen Sie eine 301-Weiterleitung an, zum Beispiel über das SEO-Plugin oder das Plugin Redirection. Prüfen Sie regelmäßig, ob 404-Fehler in der Search Console auftauchen.
Indexierung von Archiven und Anhängen
WordPress erzeugt automatisch viele Seitentypen, die selten einen eigenen Suchwert haben. Diese sollten Sie bewusst steuern, statt sie dem Zufall zu überlassen.
- Anhangsseiten deaktivieren. Für jedes hochgeladene Bild kann WordPress eine eigene Seite erzeugen. Seit Version 6.4 sind Anhangsseiten bei Neuinstallationen deaktiviert, ältere Websites haben sie oft noch. Leiten Sie sie über das SEO-Plugin auf die Datei oder den Beitrag weiter.
- Autorenarchive prüfen. Bei Websites mit nur einer Autorin oder einem Autor ist das Autorenarchiv eine Kopie des Blogs. Setzen Sie es auf noindex oder deaktivieren Sie es.
- Datumsarchive deaktivieren. Monats- und Jahresarchive bringen fast nie Besucher und erzeugen doppelte Inhalte.
- Schlagwörter gezielt einsetzen. Hunderte Tags mit je ein oder zwei Beiträgen sind dünne Seiten. Entweder Tags sparsam nutzen und mit Inhalt anreichern oder auf noindex setzen. Kategorien dagegen können wertvolle Übersichtsseiten sein, wenn sie eine Einleitung haben.
- XML-Sitemap bereinigen. Die Sitemap sollte nur indexierbare Inhalte enthalten. Reichen Sie sie in der Google Search Console ein und kontrollieren Sie die Anzahl der eingereichten gegenüber den indexierten URLs.
| Seitentyp | Typische Empfehlung |
|---|---|
| Seiten und Beiträge | Indexieren |
| Kategorien mit Einleitungstext | Indexieren |
| Schlagwörter | Meist noindex, außer gepflegte Themenseiten |
| Autorenarchiv bei nur einer Person | noindex oder deaktivieren |
| Datumsarchive | Deaktivieren |
| Anhangsseiten | Weiterleiten |
| Interne Suchergebnisse | noindex |
Ein Sonderfall sind die internen Suchergebnisse unter /?s=. Sie sollten nicht im Index landen, weil Dritte darüber beliebige Suchseiten erzeugen und verlinken können. Die gängigen SEO-Plugins setzen hier standardmäßig noindex, ein kurzer Blick in den Quelltext einer Suchergebnisseite schafft Gewissheit.
Ladezeit, Core Web Vitals und Page Builder
Ladezeit und Core Web Vitals sind ein Rankingsignal und beeinflussen direkt, wie viele Besucher abspringen. Google bewertet dabei vor allem drei Werte: LCP als Ladezeit des größten sichtbaren Elements mit einem Zielwert bis 2,5 Sekunden, INP als Reaktionszeit auf Eingaben bis 200 Millisekunden und CLS als Layoutverschiebung bis 0,1.
Messen Sie mit PageSpeed Insights und dem Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console. Entscheidend sind die Felddaten echter Nutzer, nicht nur der Laborwert. Eine Website kann im Test 95 Punkte erreichen und trotzdem bei Besuchern mit älteren Smartphones zu langsam sein. Prüfen Sie außerdem immer mehrere Seitentypen, also Startseite, Leistungsseite und Blogbeitrag, da Page Builder und Plugins je nach Vorlage sehr unterschiedlich viel laden.
- Hosting und PHP-Version prüfen. Eine aktuelle, unterstützte PHP-Version und ein Hosting mit ausreichend Ressourcen sind die Basis. Günstiges Shared Hosting ist bei WooCommerce oder großen Websites häufig der Engpass.
- Caching einrichten. Ein Seiten-Cache, je nach Hoster auf Serverebene oder über ein Plugin wie WP Rocket, LiteSpeed Cache oder WP Super Cache, reduziert die Serverantwortzeit deutlich. Nutzen Sie nur eine Caching-Lösung.
- Page Builder schlank konfigurieren. Elementor, Divi oder WPBakery erzeugen oft viel zusätzliches HTML, CSS und JavaScript. Deaktivieren Sie ungenutzte Widgets und Module, vermeiden Sie tief verschachtelte Container und prüfen Sie, ob einfache Seiten mit dem Block-Editor auskommen. Achten Sie außerdem darauf, dass Cookie-Banner und Schriften keine Layoutverschiebungen auslösen.
Bilder und strukturierte Daten
Bilder sind auf vielen WordPress-Websites der größte Bremsklotz, und Schema-Markup wird oft doppelt oder fehlerhaft ausgegeben.
- Bilder komprimieren und modern ausliefern. Laden Sie Bilder in passender Größe hoch statt Kamera-Originale mit mehreren Megabyte und nutzen Sie WebP oder AVIF. Das Hauptbild oben auf der Seite sollte nicht per Lazy Loading verzögert werden, alle weiteren Bilder schon. Vergeben Sie beschreibende Dateinamen und Alt-Texte.
- Schema-Markup sauber ausgeben. Organization oder LocalBusiness, Article für Beiträge und BreadcrumbList für die Navigation sind für die meisten Websites sinnvoll. Prüfen Sie mit dem Test für Rich-Suchergebnisse, ob Theme, SEO-Plugin und weitere Plugins dasselbe Markup mehrfach ausgeben.
Sicherheit, Updates und Staging
Sicherheit und Updates sind SEO-relevant, weil gehackte Websites häufig unbemerkt Spam-Seiten ausliefern und dann aus den Suchergebnissen fallen oder mit Warnhinweisen erscheinen.
- Core, Plugins und Theme aktuell halten. Entfernen Sie inaktive Plugins und Themes vollständig, statt sie nur zu deaktivieren. Ein typisches Warnsignal für einen Hack sind plötzlich tausende neue URLs mit fremdsprachigen Titeln in der Search Console.
- Staging-Umgebung nutzen und abschirmen. Updates und größere Änderungen testen Sie zuerst auf einer Staging-Kopie. Diese schützen Sie per Passwort, nicht nur per noindex. Beim Livegang prüfen Sie, ob die Sichtbarkeits-Einstellung aus Punkt 1 korrekt übernommen wurde und keine Staging-URLs in Links oder Canonicals stehen.
- Search Console einrichten und regelmäßig prüfen. Verifizieren Sie die Domain-Property, kontrollieren Sie monatlich den Seitenbericht, die Core Web Vitals und Hinweise zu Sicherheitsproblemen. Für Österreich und die Schweiz lohnt der Leistungsbericht mit Länderfilter.
Wie gehen Sie die Checkliste am besten an?
Am besten arbeiten Sie die Punkte nach Wirkung ab: zuerst Sichtbarkeit, Domain und Indexierung, dann Ladezeit und zuletzt Feinschliff wie Schema und Bilder. Viele Punkte erledigen Sie in wenigen Minuten, andere wie die Umstellung eines Page Builders brauchen Planung. Wenn Sie einen vollständigen Überblick über den Zustand Ihrer Website möchten, bietet sich ein SEO-Audit an. Die laufende technische Betreuung inklusive Umsetzung direkt im Backend ist Teil unserer Leistung WordPress SEO. Mehr zu typischen Schwachstellen und Lösungen finden Sie auf unserer Seite zu SEO für WordPress-Websites.
Häufige Fragen
Welches SEO-Plugin ist für WordPress das beste?
Es gibt kein pauschal bestes Plugin: Yoast SEO, Rank Math und SEOPress decken die wichtigen Funktionen alle ab. Entscheidend ist die saubere Konfiguration. Wechseln Sie nur mit Bedacht und nutzen Sie die Importfunktion, damit Titles und Beschreibungen erhalten bleiben.
Wie oft sollte ich die Checkliste durchgehen?
Eine vollständige Prüfung ist grob einmal pro Jahr sowie nach jedem Relaunch, Theme-Wechsel oder größeren Plugin-Update sinnvoll. Die Search Console sollten Sie häufiger ansehen, etwa monatlich, um Indexierungs- oder Sicherheitsprobleme früh zu bemerken.
Ist der Block-Editor besser für SEO als ein Page Builder?
Nicht automatisch, aber er erzeugt in der Regel schlankeren Code und damit bessere Ladezeiten. Ein gut konfigurierter Page Builder kann ebenfalls schnell sein. Für reine Textseiten wie Blogbeiträge reicht der Block-Editor meist aus und spart unnötigen Ballast.
Kann ein WordPress-Theme meinem SEO schaden?
Ja, etwa durch falsche Überschriftenstruktur, mehrere H1-Elemente, eigenes doppeltes Schema-Markup oder viel ungenutzten Code. Prüfen Sie vor der Wahl eines Themes die Ladezeit einer Demo-Seite und den Quellcode, und achten Sie auf regelmäßige Updates durch den Anbieter.
Sie möchten das nicht selbst umsetzen?
Auf unserer Seite WordPress SEO zeigen wir, wie wir das für Sie übernehmen. Oder Sie fordern direkt eine kostenlose SEO-Analyse an. Alle Branchen finden Sie unter Branchen.